Was ausländische Unternehmer über Unternehmenssteuern in Bulgarien wissen müssen
Bulgarien zieht mit seinem stabilen und wettbewerbsfähigen Steuersystem weiterhin das Interesse ausländischer Investoren auf sich. Die strategische Lage in der Europäischen Union, niedrige Steuersätze und die Möglichkeit zu 100 % ausländischem Eigentum machen das Land zu einem bevorzugten Ziel für die Geschäftsexpansion. In diesem Artikel betrachten wir die wichtigsten Aspekte der Unternehmenssteuern in Bulgarien, die jeder ausländische Unternehmer kennen sollte.
Überblick über das bulgarische Steuersystem
Das bulgarische Steuersystem ist vergleichsweise einfach. Die wichtigsten Gesetze für die Besteuerung von Unternehmen sind:
Einer der attraktivsten Aspekte des Geschäftsumfelds in Bulgarien ist die einheitliche Körperschaftsteuer von 10 %, die auf die Gewinne aller juristischen Personen erhoben wird, unabhängig von der Größe oder der Herkunft des Eigentümers. Die Steuer wird auf den steuerpflichtigen Gewinn berechnet, also auf die Einnahmen abzüglich der abzugsfähigen Aufwendungen.
Dieses Modell ist besonders günstig für kleine und mittlere Unternehmen, einschließlich Start-ups ausländischer Investoren.
Große multinationale Konzerne, die ihre Geschäftstätigkeit in Bulgarien ausweiten wollen, sollten wissen, dass Bulgarien bereits die EU-Regeln zur globalen Mindeststeuer anwendet: Allgemein gesagt werden Unternehmen, die zu einer multinationalen Gruppe mit einem konsolidierten Umsatz von mehr als 750 Millionen EUR gehören, mit 15 % statt 10 % Körperschaftsteuer besteuert.
Dividenden, die an eine juristische Person aus der EU ausgeschüttet werden, sind in Bulgarien von der Dividendensteuer befreit. Wird der Gewinn als Dividende an die Eigentümer (natürliche Personen) ausgeschüttet, fällt eine Dividendensteuer von 5 % an. Ist der Eigentümer eine ausländische natürliche Person, kann er die in Bulgarien gezahlte Steuer von 5 % in den meisten Fällen auf die Dividendensteuer in seinem Land anrechnen.
Erzielt Ihr Unternehmen in Bulgarien in einem Kalenderjahr (gerechnet ab dem 1. Januar) einen steuerpflichtigen Umsatz von mehr als 51.130 €, muss es innerhalb von 7 Tagen nach Überschreiten der Schwelle die Mehrwertsteuerregistrierung beantragen. Unternehmen unterhalb der Schwelle können sich auch freiwillig registrieren. Mehr zum Ablauf lesen Sie auf unserer Seite Mehrwertsteuerregistrierung. Der Regelsatz beträgt 20 %, für einige Dienstleistungen und Waren gelten ermäßigte Sätze (z. B. 9 % für Hotelübernachtungen).
Für ausländische Unternehmen, die auf dem bulgarischen Markt Dienstleistungen erbringen oder Waren verkaufen, gelten besondere Regeln für Fernverkäufe und das Reverse-Charge-Verfahren.
Bulgarien hat mit mehr als 70 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen. Diese Abkommen sehen Folgendes vor:
Das ist ein entscheidender Faktor für die Optimierung internationaler Unternehmensstrukturen.
In Bulgarien gibt es keine Beschränkungen für 100 % ausländisches Eigentum. Ausländische natürliche und juristische Personen können frei Gesellschaften gründen und besitzen, einschließlich der beliebtesten Form – der GmbH (OOD/EOOD). Wie das funktioniert, sehen Sie auf unserer Seite Firmengründung.
Ein Beispiel: Ein deutsches IT-Unternehmen beschließt, in Bulgarien eine Tochtergesellschaft zu gründen, die für das deutsche Unternehmen tätig ist. Es gründet eine Einpersonen-GmbH (EOOD) mit einem Kapital von 1 € – dem Minimum seit dem 1. Januar 2026 –, beauftragt eine Buchhaltungsfirma und beantragt die Mehrwertsteuerregistrierung.
Das Ergebnis: eine effiziente Steuerstruktur mit geringer Gesamtsteuerbelastung.
Wenn Sie eine Expansion Ihres Unternehmens nach Bulgarien in Erwägung ziehen, unterstützt Sie Fiscala mit umfassender Steuer- und Buchhaltungsberatung:
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Quellen: Mehrwertsteuergesetz (ЗДДС), Art. 96 Abs. 1; НАП, Mehrwertsteuerregistrierung; Handelsgesetz (ТЗ), Art. 117 Abs. 1; Körperschaftsteuergesetz (ЗКПО), Art. 20 und Art. 200 Abs. 1.
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